KI im Marketing: Mein Podcast über Vertrauen und gute Filme

Original-Podcastvorschaubild: Robin von Peryton Film und Marcus Lange, mit gestaltetem KI-Motiv im Hintergrund

In diesem Artikel

KI im Marketing beschäftigt mich aus einem ziemlich persönlichen Grund: Als ich die ersten beeindruckenden KI-Videos gesehen habe, war mein erster Gedanke nicht Begeisterung. Ich habe mich gefragt, was das für unsere Arbeit als Filmproduktion bedeutet. Also habe ich angefangen, mich intensiv damit auseinanderzusetzen. Je mehr wir testen, desto klarer wird für mich, wo KI uns hilft – und welche Entscheidungen wir ihr nicht überlassen sollten.

Darüber habe ich mit Robin von Peryton Film gesprochen. In seinem Podcast zeige ich eigene Beispiele, spreche über gescheiterte Tests und erkläre unseren Ansatz bei Langesicht: Realfilm, 3D und KI so kombinieren, dass sie der Geschichte und der Aufgabe dienen. Hier findest du meine wichtigsten Gedanken aus dem Gespräch und direkte Einstiege in die Folge.

Das Gespräch: Marcus Lange bei Peryton Film

Mein Gespräch mit Robin von Peryton Film. Originalfolge auf YouTube, veröffentlicht am 26. Juni 2026.

Den vollständigen Podcast auf YouTube ansehen. Die Folge dauert rund 74 Minuten. Die folgenden Zeitmarken führen dich direkt zum jeweiligen Thema:

KI im Marketing braucht zuerst eine klare Aufgabe

Ein beeindruckendes Bild beantwortet noch nicht die Frage, was dein Film bewirken soll. Möchtest du ein erklärungsbedürftiges Produkt verständlich machen? Passende Mitarbeitende gewinnen? Oder Menschen auf ein Thema aufmerksam machen, mit dem sie sich bisher wenig beschäftigen? Je nach Aufgabe brauchst du andere Aussagen, Bilder und nächste Schritte.

Deshalb würde ich nicht mit der Frage anfangen, welches KI-Tool wir einsetzen. Ich würde zuerst wissen wollen, wen du erreichen möchtest und was diese Person nach dem Ansehen verstanden haben soll. Erst dann entscheiden wir, welche Technik uns dabei hilft. Ein visuell aufwendiger Film kann an seiner Aufgabe vorbeigehen. Ein einfacher, gut durchdachter Einblick kann genau richtig sein.

In der Konzeption nutze ich KI gern als Sparringspartner: eigene Gedanken weiterentwickeln, Varianten durchspielen und eine Idee verständlicher ausformulieren. Die Auseinandersetzung mit deinem Unternehmen gehört für mich trotzdem davor. Wenn am Ende nur ein austauschbares Standardkonzept herauskommt, haben wir unsere Aufgabe noch nicht gelöst.

Beim Recruiting müssen die Menschen hinter dem Film stimmen

Im Podcast spielen wir ein extremes Beispiel durch: Ein Unternehmen erstellt einen perfekten Recruitingfilm mit generierten Mitarbeitenden und idealisierten Räumen. Was passiert, wenn Bewerber anschließend vor Ort eine ganz andere Welt erleben? Für mich liegt genau dort das Risiko. Der Film soll eine echte Begegnung vorbereiten. Er muss zum Arbeitsplatz passen, den du tatsächlich anbietest.

Ich möchte deshalb die Menschen zeigen, die dort arbeiten: ihre Art zu sprechen, ihre Erfahrungen und auch die kleinen Ecken und Kanten. KI kann uns bei der Vorbereitung, bei Bildideen oder einzelnen ergänzenden Einstellungen unterstützen. Die Aussagen über euren Arbeitsalltag müssen aus eurem Team kommen.

Das Thema habe ich im Artikel KI im Recruitingfilm: Wo sie hilft und warum echte Menschen bleiben ausführlicher eingeordnet. Im Podcast beginnt unser Gespräch darüber bei 07:43.

Unser Praxistest: Ein gutes Einzelbild ist noch kein guter Film

Ein Beispiel aus dem Gespräch ist ein Stadion für ein Musikvideo. Als einzelnes Bild sah der KI-Test zunächst überzeugend aus. In der Bewegung wurden die Probleme sichtbar: Menschen veränderten sich, Bewegungen passten nicht zur Szene und die Zuschauermenge verhielt sich nicht so, wie wir es für den Film brauchten.

Für dieses Projekt haben wir uns deshalb für eine Umsetzung in 3D entschieden. Entscheidend war unser konkreter Anspruch an die Szene. Daraus würde ich keine dauerhafte Aussage darüber ableiten, was KI grundsätzlich kann oder nie können wird. Die Werkzeuge entwickeln sich weiter. Wir müssen das Ergebnis jedes Mal an der tatsächlichen Aufgabe prüfen.

Du siehst den damaligen Test im Podcast ab 41:27. Wie wir diese Entscheidung beim fertigen Projekt eingeordnet haben, beschreibe ich in KI oder 3D-Animation? Unser Cyberstark-Praxisbeispiel.

Realbild, 3D und KI können unterschiedliche Aufgaben übernehmen

Besonders anschaulich wird das bei einem Produktfilm über eine Fensterbank und ihren Anschluss. Im Gespräch zeige ich, wie wir reale Aufnahmen der Montage, eine technische 3D-Darstellung und ergänzende KI-Bildwelten miteinander verbunden haben. Die generierten Fassaden dienten als Visualisierung möglicher Einsatzumgebungen. Sie sind keine gefilmten Referenzgebäude.

Der Anschluss selbst musste dagegen genau stimmen. Wenn sich bei einer Drehung die Form verändert, erklärt der Film das Produkt falsch. Deshalb haben wir dieses Detail in 3D gebaut. So ergibt sich die Wahl der Technik aus der jeweiligen Einstellung: Was muss dokumentarisch echt sein? Was muss technisch präzise erklärt werden? Und wo hilft eine gestaltete Bildwelt?

Das Beispiel beginnt bei 53:14. Genau diese Verbindung finde ich spannend: neue visuelle Möglichkeiten nutzen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die entscheidenden Aussagen verlässlich bleiben.

Vorvisualisierung: Du siehst früher, worüber wir sprechen

Ein weiterer Einsatz findet statt, bevor die Kamera überhaupt läuft. Ein geschriebenes Konzept kann bei mehreren Menschen unterschiedliche Bilder im Kopf auslösen. Mit einer Vorvisualisierung können wir viel konkreter besprechen, welche Stimmung, Perspektive oder Bewegung gemeint ist.

Im Podcast zeige ich ab 1:04:02 Beispiele aus unserer Vorbereitung. Solche Entwürfe helfen uns, Vorstellungen abzugleichen und Entscheidungen früh zu treffen. Eine KI-Vorvisualisierung ist dabei ein Arbeitsmittel. Sie ist noch keine fertige Aufnahme und auch kein Versprechen, dass jedes erzeugte Detail unverändert umgesetzt wird.

Für dich als Auftraggeber wird dadurch greifbarer, wohin die Produktion führen soll. Für uns entsteht eine genauere gemeinsame Grundlage für Dreh und Nachbearbeitung. Wie aus einzelnen Bildideen ein stimmiger Ablauf wird, findest du auch in unserem Artikel Vom Bild zum KI-Video.

Was du aus dem Gespräch für deinen nächsten Film mitnehmen kannst

Mein Blick auf KI ist seit den ersten Tests deutlich konkreter geworden. Ich sehe die Möglichkeiten, aber eben auch die Arbeit hinter einem überzeugenden Ergebnis. Mich interessiert, was wir damit für dein Unternehmen verständlicher, anschaulicher oder besser planbar machen können.

  • Kläre zuerst Zielgruppe, Aussage und Einsatzort deines Films.
  • Zeige echte Menschen und reale Abläufe dort, wo du Vertrauen in deinen Arbeitsplatz oder dein Unternehmen aufbauen möchtest.
  • Prüfe generierte Einstellungen in Bewegung und im Zusammenhang des ganzen Films.
  • Nutze Vorvisualisierungen, um Erwartungen vor dem Dreh abzugleichen.

Du überlegst, wie Realfilm, 3D oder KI zu deinem Vorhaben passen? Lass uns über deine konkrete Aufgabe sprechen. Wir beginnen bei der Geschichte und den Menschen, die du erreichen möchtest.

Von Marcus Lange, Gründer von Langesicht Filmproduktion. Grundlage dieses Artikels ist mein Gespräch mit Robin von Peryton Film in der Folge „KI-Experte: Deshalb ist Marketing in GEFAHR | Marcus Lange“. Die Beispiele beschreiben den im Gespräch gezeigten Stand und unsere Erfahrungen mit den jeweiligen Projekten.