Was hilft dir bei einem Filmprojekt wirklich weiter? KI kann Ideen sortieren, Storyboards vorbereiten, Stimmen erzeugen oder einzelne Einstellungen ergänzen. Entscheidend ist, an welcher Stelle sie deiner Geschichte hilft. Hier zeigen wir dir neun Anwendungsfälle aus der Videoproduktion, mit Erfahrungen aus unserer Arbeit und passenden Werkzeugen. Die Auswahl ist ein Einstieg; du brauchst nicht jedes Tool für jedes Projekt.
1. Zielgruppenanalyse mit Custom GPTs
Bevor wir ein Video planen, wollen wir verstehen, wen es erreichen soll. Custom GPTs können dabei helfen, vorhandene Informationen zu ordnen, Interviewfragen vorzubereiten und mögliche Blickwinkel durchzuspielen. Sie liefern aber keine automatisch verlässlichen Zielgruppendaten. Aussagen über deine Kunden gleichen wir mit echten Gesprächen, Suchdaten und anderen nachvollziehbaren Quellen ab. So wird KI zum Sparringspartner für die Analyse. Die Entscheidung, welche Erkenntnisse das Konzept tragen, bleibt bei uns.
2. Storyboards mit Bildgenerierung vorbereiten
Mit einem Storyboard kannst du schon vor dem Dreh sehen, wie eine Szene aufgebaut sein soll. Bildgeneratoren wie Midjourney oder die Modelle von Stability AI helfen bei der Vorvisualisierung. Für uns zählen dabei Bildausschnitt, Licht, Stimmung und die Abfolge der Einstellungen. Gesichter, Kleidung und Räume müssen über mehrere Bilder hinweg zusammenpassen. Ein schönes Einzelbild reicht dafür noch nicht. Das Beispiel unten zeigt eine unserer früheren Bildgenerierungen.

3. Voice-over mit generierten Stimmen
Wir arbeiten weiterhin gerne mit menschlichen Sprechern zusammen. Eine KI-Stimme ist für uns besonders als Platzhalter hilfreich: Wir hören, ob ein Text gesprochen funktioniert, und passen das Timing des Schnitts an. Denn ein Satz kann auf dem Papier gut aussehen und beim Sprechen trotzdem stolpern. Diese Vorfassung hilft bei der Abstimmung, bevor die endgültige Aufnahme entsteht.
Mit ElevenLabs lassen sich zum Beispiel Sprachaufnahmen und Soundeffekte aus Text erzeugen. Für den Film prüfen wir Aussprache, Betonung und Pausen im Zusammenhang mit dem Bild. Ob die KI-Stimme im fertigen Film bleibt oder ein Sprecher übernimmt, hängt von der Aufgabe und der gewünschten Wirkung ab.
4. Motion Capture mit Autodesk Flow Studio
Bewegungen aus einer Aufnahme auf eine 3D-Figur übertragen: Dabei unterstützt Autodesk Flow Studio, früher Wonder Studio von Wonder Dynamics. Das Werkzeug verbindet Live-Action-Aufnahmen mit bearbeitbaren CG-Elementen. Für ein Cyberpunk-Kundenprojekt haben wir mit der damaligen Lösung unseren Mitarbeiter Jonah in einen Roboter verwandelt. Das Bild unten stammt aus diesem Projekt. Aufnahme, Figur, Licht und Nachbearbeitung müssen dabei zusammenpassen.

5. Digitale Avatare mit HeyGen
Wenn du Inhalte in mehreren Sprachen brauchst, können Übersetzungen und digitale Avatare einen Teil der Produktion unterstützen. HeyGen bietet dafür Avatar- und Videoübersetzungsfunktionen. Vor dem Einsatz prüfen wir, ob ein Avatar zur Botschaft passt. Bei einem Recruitingfilm sollen Bewerber die Menschen kennenlernen, mit denen sie später arbeiten. Dort setzen wir auf echte Mitarbeitende und echte Einblicke. In unserem Beitrag KI im Recruitingfilm zeigen wir dir, wo KI bei der Vorbereitung hilft und warum echte Menschen vor der Kamera bleiben.
6. KI-Videos aus Texten und Bildern
Aus einem geplanten Bild eine bewegte Einstellung entwickeln: Das ist ein möglicher Einstieg in die KI-Videoproduktion. Adobe Firefly bietet beispielsweise Videoerzeugung aus Text oder einem Ausgangsbild. Wir denken solche Szenen vom fertigen Film her: Was soll sich bewegen, wie führt die Kamera durch das Bild und welcher Anschluss folgt danach? Gesichter, Gegenstände und Bewegungen prüfen wir über die gesamte Einstellung. Anschließend gehören Auswahl, Schnitt, Ton und Grading weiterhin zur Arbeit. Wie diese Schritte zusammenhängen, liest du in unserem Praxisartikel zum KI-Video-Workflow.
7. Untertitel mit Captions
Automatische Untertitel sparen dir die erste Abschrift. Werkzeuge wie Captions unterstützen auch die Gestaltung. Gerade für kurze Social-Media-Videos können passende Vorlagen nützlich sein. Namen, Fachbegriffe, Zeilenumbrüche und Timing prüfen wir trotzdem. Die Schrift soll auf dem Handy lesbar bleiben und zu deinem Auftritt passen.
8. Musik entwickeln mit Suno
Mit Suno kannst du Musik aus einer Beschreibung oder eigenen Textvorgaben entwickeln. Das ist spannend, um eine musikalische Richtung auszuprobieren. Für einen Film zählt anschließend, ob Stimmung, Aufbau und Übergänge zur Geschichte passen. Ein generierter Song ist noch keine fertig abgestimmte Filmmusik.
9. Interviews mit Riverside
Riverside verbindet die Aufnahme von Gesprächen mit Funktionen für Transkription und die Weiterverarbeitung zu kurzen Clips. Das ist zum Beispiel für Videopodcasts oder Interviews mit räumlich getrennten Gesprächspartnern interessant. Bei der Auswahl der Ausschnitte achten wir darauf, dass die Aussage vollständig bleibt. Ein kurzer Clip soll neugierig machen, ohne den Sinn der Antwort zu verändern.
Welche Kombination lohnt sich für dein Projekt? Das hängt von deiner Geschichte, dem vorhandenen Material und dem gewünschten Ergebnis ab. Im Film Cyberstark kannst du dir eine unserer Produktionen ansehen. Warum wir uns bei dessen Stadion für 3D entschieden haben, erklären wir in unserem Vergleich von KI und 3D am Beispiel Cyberstark. Weitere Hintergründe zu unserer Herangehensweise findest du in Marcus’ Vortrag über GenAI und Deepfakes.
Du möchtest einschätzen, wo KI, 3D und echte Aufnahmen in deinem Projekt sinnvoll zusammenkommen? Besprich deine Filmidee mit uns. Wir beginnen mit deinem Ziel und wählen danach die passenden Werkzeuge.

Redaktionell aktualisiert am 22. September 2026: Anwendungsfälle, Anbieterlinks und Einordnung.

